Meine Fiverr-Erfahrungen
Von über 2.000 € im Monat bis zu meinem endgültigen Ausstieg

Über 15 Jahre kenne ich Fiverr.
Ich habe dort interessante Umsätze gemacht – und trete jetzt aus.
Wenn man mit über 70 Jahren auf sein digitales Berufsleben blickt, hat man so einiges kommen und gehen sehen. Die Welt des Internets wandelt sich rasant, und wer als Senior oder Best Ager online ein eigenes Business aufbauen möchte, stößt früher oder später auf das Thema Freelancing – und damit unweigerlich auf die Plattform Fiverr.
Ich kenne Fiverr seit über 15 Jahren. Ich habe die Plattform von ihren Anfängen erlebt, als dort noch Dienstleistungen für lächerliche 5 Dollar angeboten wurden, bis hin zur Entwicklung zu einem börsennotierten Milliarden-Konzern.
Über drei Jahre lang habe ich Fiverr extrem intensiv als Freelancer genutzt. In meiner Spitzenzeit habe ich dort über 2.500 Euro im Monat umgesetzt. Ich habe Texte verfasst, Erklärvideos produziert und komplette Webseiten mit WordPress aufgebaut.
Doch heute ist der Tag gekommen, an dem ich dieser Plattform endgültig den Rücken kehre.
In diesem Bericht über meine Fiverr-Erfahrungen erzähle ich dir meine ehrliche Geschichte: Wie der Aufstieg gelang, warum die Einnahmen immer weiter einbrachen und warum die Geschäftspolitik von Fiverr am Ende dazu führt, dass ehrliche Dienstleister die Zeche zahlen müssen.
Hallo, ich bin Franz Reinthaler.
Ich kann auf über 4 Jahrzehnte Praxis in der Werbung zurückbicken. Seit fast 20 Jahren baue ich Webseiten auf und beschäftige mich mit WordPress, SEO und seit kurzem auch mit KI.
Hier, auf Jangl.eu, zeige ich Junggebliebenen, wie sie Schritt für Schritt ein eigenes Internetbusiness aufbauen – verständlich, praxisnah und auf Basis meiner eigenen Erfahrungen.
Mehr findest du hier

1. Die Anfänge: Was ist Fiverr und wie fing alles an?

Als Fiverr vor vielen Jahren an den Start ging, war das Konzept revolutionär: Eine Plattform, auf der Dienstleister aus aller Welt kleine Aufgaben („Gigs“) für genau 5 Dollar anboten. Vom schnellen Korrekturlesen bis hin zur Erstellung eines einfachen Logos war alles dabei.
Mit der Zeit wuchs die Plattform, und mit ihr veränderten sich die Möglichkeiten. Aus den einfachen 5-Dollar-Jobs wurden professionelle Dienstleistungen. Als erfahrener Online-Unternehmer erkannte ich das Potenzial: Hier trafen Auftraggeber, die händeringend nach Unterstützung suchten, auf Dienstleister, die ihr Wissen zu Geld machen wollten.
Für mich war das ein perfektes Spielfeld. Mit meiner jahrzehntelangen professionellen Agenturerfahrung im Bereich WordPress, Content-Erstellung und Videoproduktion konnte ich Angebote schnüren, die genau den Nerv der Kunden trafen.
2. Die Blütezeit: Über 2.500 Euro im Monat

Mein Fiver Profil
Ich kniete mich richtig hinein. Drei Jahre lang investierte ich viel Energie in mein Fiverr-Profil. Ich optimierte meine Gigs, lieferte pünktlich ab und sammelte hunderte Top-Bewertungen.
Schnell sprach sich die Qualität herum. Mein Portfolio umfasste drei große Säulen:

Die Aufträge stapelten sich.
Es gab Monate, in denen das System wie geschmiert lief. In der absoluten Spitzenzeit erwirtschaftete ich über 2.500 Euro Umsatz in einem einzelnen Monat.
Das zeigte mir eindrucksvoll: Auch im höheren Alter kann man mit dem richtigen Know-how und digitalem Handwerk im Internet ein beachtliches Einkommen erzielen. Laut meiner ersten Fiverr-Erfahrungen schien es die perfekte Symbiose zu sein – Kunden bekamen Top-Ergebnisse, und ich hatte ein florierendes Online-Business von zu Hause aus.
3. Der schleichende Niedergang: Warum die Umsätze einbrachen

Doch wer sich in die Abhängigkeit einer einzelnen Plattform begibt, baut sein Haus auf fremdem Grund und Boden. Nach den Spitzenmonaten veränderte sich der Markt – und auch Fiverr selbst.
Die Einnahmen wurden schleichend weniger. Das hatte nauch meinen Fiverr-Erfahrungen verschiedene Gründe:
A) Extreme Konkurrenz & Preisdumping
Fiverr öffnete im Laufe der Jahre die Pforten immer weiter für den globalen Markt. Plötzlich konkurrierte ich nicht mehr nur mit Dienstleistern aus Europa oder den USA, sondern mit einer schieren Masse an Billiganbietern – vor allem aus Teilen Asiens und Afrikas.
Dort herrschen völlig andere Lebenshaltungskosten. Was für mich in Mitteleuropa nicht einmal die Stromkosten für den Rechner deckt, ist in manchen Entwicklungsländern ein passables Tagesgehalt.
Die Folge war ein ruinöser Preisverfall:
Meine Fiverr-Erfahrungen zeigten, dass viele Kunden auf der Plattform primär auf das Preisschild, nicht auf die Qualität achteten. Dass man für 20 Dollar meist nur zusammengeklickte Standard-Vorlagen, schlechtes Deutsch mit Grammatikfehlern oder unsauberen Code bekam, merkten viele erst im Nachhinein.
Als Freelancer mit Fiverr-Erfahrungensteht man dann vor einer ungemütlichen Wahl: Macht man dieses Spielchen mit und verkauft sein Wissen unter Wert – oder bleibt man bei seinen fairen Preisen und wird von der schieren Masse an Billigangeboten in den Suchergebnissen nach unten gedrückt? Für mich gab es hier keine Kompromisse: Meine jahrzehntelange Erfahrung aös Leiter einer Werbeagentur lässt sich nicht im Ausverkauf verramschen.
B) Der Algorithmus-Lotto
Plötzlich bestimmte nicht mehr die Qualität deiner Arbeit über deine Sichtbarkeit, sondern undurchsichtige Algorithmen. Ein kleiner Rückgang bei den Klicks oder eine stornierte Bestellung – und dein Profil rutschte in den Suchergebnissen von Seite 1 auf Seite 10 ab. Von heute auf morgen versiegte der Strom an Neukunden.
C) Der Einzug von KI
In den letzten Jahren veränderte sich die Nachfrage bei einfachen Texten und Standard-Grafiken massiv. Kunden begannen, erste Entwürfe selbst mit Werkzeugen wie ChatGPT zu erstellen, was den Markt für Standard-Dienstleistungen spürbar verkleinerte.
Die Hauptgründe für meinen Ausstieg: Hohe Gebühren, lange Wartezeiten & einseitige Stornierungen
Der schleichende Umsatzrückgang war das eine – damit kann man als Unternehmer umgehen, indem man seine Angebote anpasst. Die eigentlichen Gründe, warum ich mich jetzt endgültig von Fiverr verabschiede, sind jedoch strukturelle Probleme, die den Freelancer finanziell und emotional extrem belasten.

Warum ich sage: Fiverr – Hände weg!!!
Es gab Monate, in denen das System wie geschmiert lief. In der absoluten Spitzenzeit erwirtschaftete ich über 2.500 Euro Umsatz in einem einzelnen Monat.
A) Hohe Kosten: 20 % Provision auf deine harte Arbeit
Fiverr lässt sich seinen Marktplatz fürstlich bezahlen. Die Plattform zieht pauschal 20 % deines Umsatzes ab – und zwar nicht nur vom reinen Honorar für deine Dienstleistung, sondern sogar von Trinkgeldern, die dir zufriedene Kunden hinterlassen.
Wenn du also ein Projekt für 1.000 Euro ablieferst, gehen sofort 200 Euro an Fiverr. Hinzu kommen noch Währungsumrechnungsgebühren und Auszahlungsgebühren. Am Ende erarbeitest du den Bärenanteil der Wertschöpfung, gibst aber einen gigantischen Teil deines Gewinnpotenzials an eine Plattform ab, die dich bei Problemen nicht einmal schützt.
B) Das Geduldspiel: 14 Tage Wartezeit aufs eigene Geld
In der normalen Geschäftswelt schreibst du eine Rechnung und hast dein Geld bei korrekter Abwicklung zügig auf dem Konto. Bei Fiverr musst du nach der erfolgreichen Abnahme eines Auftrags ganze 14 Tage warten, bis das Geld überhaupt zur Auszahlung freigeschaltet wird (Clearance Period).
Das bedeutet: Du hast deine Arbeit längst erledigt, deine Zeit investiert und Leistung erbracht, musst aber zwei volle Wochen wie ein Bittsteller darauf warten, an deine eigenen Einnahmen zu gelangen. Das erschwert die Liquiditätsplanung im eigenen Business enorm.
C) Das größte Ärgernis: Die Einseitigkeit bei Stornierungen
Das absolute K.-o.-Kriterium war für mich jedoch der Umgang der Plattform bei Konflikten. Wenn du trotz der hohen Gebühren und der langen Wartezeit gehofft hast, dass Fiverr bei Unstimmigkeiten hinter seinen Freelancern steht, wirst du bitter enttäuscht.
Der Kunde hat immer recht – selbst wenn er nachweislich Unrecht hat.
Du investierst Stunden oder Tage in ein Projekt und lieferst eine hervorragende Arbeit ab, die exakt der Vereinbarung entspricht. Dann fordert der Kunde kurz vor Abschluss der Bestellung eine Stornierung (Cancellation) – oft aus absurden Gründen: Er hat es sich anders überlegt, hat deine Arbeit längst abgespeichert oder fordert kostenlose Zusatzleistungen, die nie vereinbart waren.
Wenn du dich als Freelancer an den Fiverr-Support wendest und mit handfesten Argumenten, Screenshots und Protokollen nachweist, dass du deine Arbeit zu 100 % korrekt abgeliefert hast, läufst du gegen eine Wand. Fiverr entscheidet in gefühlt 99 % der Fälle zugunsten des Käufers.
Das Geld wird dem Kunden sofort zurückerstattet. Deine Arbeitszeit, deine Expertise und dein Aufwand sind komplett verloren – du siehst keinen einzigen Cent. Schlimmer noch: Eine Stornierung drückt dein Profil im Algorithmus sofort nach unten.
Dieses Zusammenspiel aus 20 % Provision, 14 Tagen Sperrfrist und null Rückendeckung bei Stornierungen zeigt ganz klar: Fiverr sieht Freelancer nicht als gleichwertige Partner. Ein solches Geschäftsgebaren widerspricht allen Prinzipien von fairem und wertschätzendem Unternehmertum.
Was in der Praxis passiert:
Du investierst Stunden oder Tage in ein Projekt. Du lieferst eine hervorragende Arbeit ab, die exakt der Briefing-Beschreibung entspricht. Dann passiert es: Ein Kunde fordert kurz vor Abschluss der Bestellung eine Stornierung (Cancellation).
Die Gründe dafür sind oft absurd:
Wenn du dich als Freelancer an den Fiverr-Support wendest und mit handfesten Argumenten, Screenshots und Protokollen nachweist, dass du deine Arbeit zu 100 % korrekt abgeliefert hast, läufst du nach meinen Fiverr-Erfahrungen immer gegen eine Wand.
Die Realität
Fiverr entscheidet in gefühlt 99 % der Fälle zugunsten des Käufers.
Das Geld wird dem Kunden sofort zurückerstattet. Deine Arbeitszeit, deine Expertise und dein Aufwand sind verloren – du siehst keinen einzigen Cent. Schlimmer noch: Eine Stornierung drückt dein Profil im Algorithmus sofort nach unten und zerstört deine Stornierungs-Quote.
Diese eklatante Ungerechtigkeit zeigt, dass Fiverr Freelancer nicht als gleichwertige Partner sieht, sondern als beliebig austauschbare Dienstleister. Ein solches Geschäftsgebaren widerspricht allen Prinzipien von fairem Unternehmertum.

4. Lektionen für Senioren: Was du aus meinen Fiverr-Erfahrungen lernen kannst
Wenn du mit dem Gedanken spielst, deine Lebenserfahrung über das
Internet zu Geld zu machen,
möchte ich dich keineswegs entmutigen.
Aber du solltest aus meinen Fiverr-Erfahrungen die richtigen Schlüsse ziehen.
Fazit: Meine Fiverr-Erfahrungen
Ein Kapitel schließt sich – die Freiheit bleibt
Ich bereue die drei intensiven Jahre auf Fiverr nicht. Ich habe extrem viel gelernt, gutes Geld verdient
und mein digitales Handwerk weiter perfektioniert.
Aber als Unternehmer im besten Alter muss man auch wissen, wann es Zeit ist, einen Strich zu ziehen.
Ich ziehe den Stecker bei Fiverr, weil ich meine Zeit und meine Energie nicht mehr in ein System stecken möchte, das Dienstleister im Regen stehen lässt.
Heute konzentriere ich mich voll und ganz auf meine eigenen Projekte,
meine eigenen Portale und den direkten Kontakt zu Menschen,
die Qualität und ehrliche Zusammenarbeit schätzen.
Mein Rat an dich:
Nutze die Chancen des Internets, aber bleibe immer dein eigener Chef!
FAQ – Meine Fiverr-Erfahrungen
Kann man als Senior auf Fiverr wirklich gutes Geld verdienen?
Früher ja, jetzt kaum mehr. Mit digitalem Handwerk wie Texterstellung, Videoproduktion oder WordPress-Webdesignkonnte ich auf Fiverr beachtliche Einnahmen erzielen – in meiner Spitzenzeit waren das bis zu 2.000 Euro im Monat. Voraussetzung sind hohe Qualität, Zuverlässigkeit und gute Kundenbewertungen. Das ist aber im letzen halben Jahr komplett eingebrochen
Warum lohnt sich die Arbeit als Freelancer auf Fiverr heute immer weniger?
Der Markt hat sich stark verändert. Extreme internationale Konkurrenz führt zu Preisdumping, und unberechenbare Algorithmus-Änderungen können die Sichtbarkeit des eigenen Profils von heute auf morgen einbrechen lassen. Zudem übernehmen KI-Tools immer mehr Standardaufgaben.
Wie verhält sich Fiverr bei Streitfällen und Stornierungen?
Das ist mein größter Kritikpunkt: Fiverr entscheidet bei Stornierungsanfragen (Cancellations) fast ausnahmslos zugunsten des Käufers. Selbst wenn der Freelancer nachweislich perfekte Arbeit abgeliefert hat, bekommt der Kunde oft sein Geld zurück, während der Dienstleister leer ausgeht.
Welche Alternativen gibt es zu Fiverr für Senioren?
Die beste Alternative ist die eigene Website (z. B. mit WordPress und Kadence). Wer sich darüber als Experte positioniert, gewinnt Direktkunden, bestimmt seine eigenen Preise und arbeitet auf Basis eigener, fairer Vertragsbedingungen ohne Plattform-Marge.
Sollte man als Anfänger trotzdem auf Fiverr starten?
Als Einstieg, um erste Erfahrungen im digitalen Dienstleistungsbereich zu sammeln und ein Portfolio aufzubauen, kann Fiverr nützlich sein. Man sollte sich jedoch nie vollkommen von der Plattform abhängig machen, sondern parallel eine eigene digitale Basis aufbauen.






